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Schmetterlingslicht
Licht · Begriffe

Schmetterlingslicht

Butterfly Lighting
color temperaturefarbtemperaturflow · 6 Verwandte Begriffe
Murnau AI illustration
color temperature farbtemperatur flow roll setup take

Lichtsetup mit Hauptlicht direkt über der Kamera — erzeugt schmetterlingsförmigen Schatten unter der Nase.

Das Hauptlicht sitzt frontal oben auf der optischen Achse — direkt über der Kamera. Dadurch entsteht unter der Nase jenes charakteristische doppelflügelige Schattenmuster, das der Anordnung ihren Namen gab. Nicht die Lichtquelle selbst ist eine Schmetterling, sondern der Schattenwurf. Im Beauty- und Porträtbereich seit Jahrzehnten Standard, weil die Geometrie funktioniert: Das Gesicht wird voluminös ausgeleuchtet, ohne dabei hart oder unflattering zu wirken — vorausgesetzt, man stimmt Winkel und Diffusion richtig ab.

Praktisches Setup: Das Key-Light wird etwa 45° nach oben und direkt über der Kamera positioniert, oft in 150–250 cm Entfernung (abhängig von Lichttyp und Diffusion). Ein großer Softbox, Par 64 mit Frost oder Octa-Bank macht hier Sinn — die Abstrahlungsfläche sollte groß genug sein, dass das Licht weich ankommt. Zu hart, und die Schmetterlingsflügel werden zu dunkel und scharfkantig; zu weit weg, und die Modulation geht flach. Häufig kommt ein Fill-Light unterhalb oder seitlich ins Spiel — nicht zu dunkel, sonst zerstört man die plastische Wirkung. Ein Kicker oder Back-Light separiert dann das Haar vom Hintergrund. Das ist weniger eine starre Regel als vielmehr eine pragmatische Dreierkombi, die auf Set-Dauer hält.

Die Methode funktioniert nicht universell. Bei breiten oder flachen Gesichtsformen kann die frontale Achse tatsächlich platt wirken; dann hilft ein leichtes Versetzen des Keys nach außen oder ein zusätzliches Seitenlicht. Auch extreme Nase-Längen machen die Schmetterlingsfigur unangenehm prominent — da muss man tiefer gehen oder diffuser arbeiten. In Dokumentationen oder naturalistischem Kino setzt man dieses Pattern oft bewusst *nicht* ein, weil es zu konstruiert, zu klassisch wirkt. Im High-Fashion, in Beauty-Shots und TV-Interviews aber bleibt es das Reflexhandwerk.

Digital relevanter Punkt: Monitor-Kontrolle ist wichtig. Der Schattenwurf unter der Nase muss symmetrisch sein — leichte Asymmetrie verrät sofort eine verschobene Kamera-Licht-Achse. Beim Drehen im Studio zentriert man die Kamera erst, positioniert dann das Key-Light. Auf Location mit mobilen Units wird es kniffliger; man arbeitet sich dann oft mit Reflektoren oder zusätzlichen Fülllichtern zurecht, um die klassische Symmetrie zu simulieren, ohne exakt diese eine Anordnung erreichen zu können.

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