LED-Prozessor-Serie von Brompton für hochauflösende Video-Walls. Ermöglicht präzise Farbkalibrierung und Frame-Rate-Kontrolle.
Überblick
Brompton Tessera ist die LED-Processing-Plattform des britischen Herstellers Brompton Technology. Es handelt sich nicht um eine Leuchte oder ein Grip-Element, sondern um die Hardware- und Software-Kette, die das Bildsignal aufbereitet und an die einzelnen LED-Panels einer LED-Wand verteilt. Die Plattform umfasst Prozessoren (z. B. SX40, S8, SQ200), zugehörige Empfänger-Karten (Receiver Cards wie R2+ und G1) in den Panels sowie die Tessera-Software zur Kalibrierung und Steuerung.
In der virtuellen Produktion (LED-Volumes, In-Camera VFX) ist Tessera weit verbreitet, weil die Prozessoren auf das Zusammenspiel mit der Kamera ausgelegt sind. Brompton-Technik kam bei Produktionen wie „The Mandalorian", „House of the Dragon" und „Barbie" zum Einsatz. Der Prozessor SX40 wurde von der Television Academy mit einem Engineering-Emmy ausgezeichnet.
Technische Daten (Beispiel: Tessera SX40)
Der SX40 ist der Flaggschiff-Prozessor der Plattform. Eckdaten laut Hersteller:
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Bauform | 2 HE (19-Zoll-Rack) |
| Max. Ausgabekapazität | ca. 9 Millionen Pixel |
| Auflösung / Bildrate | bis 4096 × 2160 (4K) bei bis zu 60 Hz |
| Farbtiefe (interne Verarbeitung) | 12 Bit pro Farbkanal |
| Eingänge | 1× HDMI 2.0 (18 Gbit/s), 1× 12G-SDI |
| Ausgänge | 4× 10GBASE-T (Kupfer) |
| Latenz | 2 Frames End-to-End (alle Features) |
Einsatz am Set
Für die Arbeit vor der Kamera sind vor allem die kamerabezogenen Funktionen relevant. Genlock synchronisiert die LED-Wand mit der Kamera, um Flimmern und Banding zu vermeiden. ShutterSync stimmt die Panel-Ansteuerung auf Verschlusszeit und Bildrate der Kamera ab und erweitert den nutzbaren Belichtungs- und Framerate-Bereich. Dynamic Calibration und HDR-Unterstützung sorgen für gleichmäßige Helligkeit und konsistente Farbe über die gesamte Wand.
- Genlock und ShutterSync für flimmerfreie Aufnahmen direkt in der Kamera.
- Frame Remapping und Tracking-Marker-Funktionen für Virtual-Production-Workflows.
- Farbmanagement bis hin zu ACES-Workflows (Preset für ACEScg / AP1-Primaries).
- Geringe, definierte Systemlatenz für das Zusammenspiel mit Kamera-Tracking und Render-Engine.
Die Bilddaten werden vom Prozessor über die Netzwerk-Ports an die Receiver Cards in den einzelnen Panels verteilt; die Software übernimmt Kalibrierung, Mapping und Bildkorrektur. Konkrete Konfiguration, Pixelkapazität und Portbelegung hängen vom verwendeten Prozessor und Panel-Typ ab.