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BRAW
Kamera · Technik

BRAW

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Blackmagic RAW — komprimiertes RAW-Videoformat der Blackmagic-Kameras mit variabler Kompression von 3:1 bis 12:1.

Technische Details

BRAW nutzt eine Wavelet-basierte Kompression und speichert Bilddaten in 12-bit mit bis zu 4096 Farbwerten pro Kanal. Das Format unterstützt Auflösungen von HD bis 12K bei Bildraten zwischen 23,98 und 120 fps, abhängig von der verwendeten Kamera. Kompressionsraten reichen von 3:1 (Q0, höchste Qualität) bis 12:1 (Q5, kleinste Dateigröße). Die Metadaten enthalten ISO-Werte, Weißabgleich, Belichtungszeiten und LUT-Informationen, die in der Postproduktion vollständig anpassbar bleiben. GPU-beschleunigte Dekodierung reduziert die Prozessorlast beim Schnitt erheblich.

Geschichte & Entwicklung

Blackmagic Design führte BRAW im April 2018 mit dem Firmware-Update für die Ursa Mini Pro ein. Das Format entstand als Antwort auf die wachsenden Datenmengen von Raw-Aufnahmen und die Notwendigkeit effizienter Workflows. 2019 erweiterte Blackmagic die BRAW-Unterstützung auf die Pocket Cinema Camera 4K und 6K. Die Integration in DaVinci Resolve erfolgte nahtlos, da beide Produkte vom selben Hersteller stammen. Adobe Premiere Pro erhielt BRAW-Support erst 2020, nachdem anfängliche Lizenzstreitigkeiten beigelegt wurden.

Praxiseinsatz im Film

BRAW ermöglicht Aufnahmen mit vollem Raw-Farbraum bei deutlich reduzierten Speicheranforderungen. Ein typischer Workflow beginnt mit der Aufnahme in BRAW Q3 (8:1 Kompression) für Standard-Produktionen oder Q0 für höchste Ansprüche. In DaVinci Resolve lassen sich ISO, Weißabgleich und Belichtung ohne Qualitätsverlust anpassen. Die Netflix-Serie "The Umbrella Academy" (Staffel 2) nutzte BRAW-Aufnahmen der Ursa Mini Pro für Action-Sequenzen. Dokumentarfilmer schätzen die Möglichkeit, bei begrenztem Speicherplatz dennoch maximale Postproduktions-Flexibilität zu erhalten.

Vergleich & Alternativen

BRAW konkurriert direkt mit RED's R3D-Format, bietet jedoch deutlich günstigere Hardware-Einstiegspreise. Gegenüber ProRes Raw von Apple punktet BRAW mit kleineren Dateigrößen bei vergleichbarer Qualität. Canon Raw Light und Sony's X-OCN erfordern teurere Kamerasysteme, während BRAW bereits in Kameras ab 1.300 Euro verfügbar ist. Für Produktionen, die ausschließlich im Adobe-Ökosystem arbeiten, kann ProRes 422 HQ eine praktikablere Alternative darstellen, verzichtet jedoch auf Raw-Flexibilität.

Aktuelles

DaVinci Resolve unterstützt seit kurzem ProRes RAW, was die Diskussion um verschiedene RAW-Formate anheizt. Einige Filmemacher kritisieren BRAW als nicht vollwertiges RAW-Format und vermissen den 'Cinema Look' sowie Detailreichtum von CinemaDNG. Die Unterstützung von ProRes RAW in Resolve könnte BRAW-Nutzern eine Alternative bieten.

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