Atomos: Australischer Hersteller externer Aufzeichnungsgeräte und Monitore für Filmkameras — spezialisiert auf 4K/HDR-Recording.
Technische Details
Die aktuellen Atomos-Modelle wie der Ninja V+ unterstützen Aufzeichnungsformate bis 8K30p und 4K120p in Apple ProRes RAW. Das 5,2-Zoll-HDR-Display erreicht eine Helligkeit von 1000 cd/m² bei einer Auflösung von 1920×1080 Pixeln. Die Eingänge verarbeiten HDMI 2.1 und 12G-SDI mit 10-Bit-Farbtiefe und Rec.2020-Farbraum. Typische Datenraten liegen bei ProRes 422 HQ in 4K bei etwa 880 Mbit/s, was eine 1TB SSD für circa 2,5 Stunden Aufzeichnung ausreicht.
Die Shogun-Serie bietet größere 7-Zoll-Displays mit 3000 cd/m² Helligkeit und erweiterte HDR-Monitoring-Tools wie Waveform, False Color und 3D-LUTs. Alle Geräte arbeiten mit Standard-NP-F-Akkus und wiegen zwischen 320g (Ninja V) und 650g (Shogun 7).
Geschichte & Entwicklung
Atomos wurde 2010 von Jeromy Young in Melbourne gegründet und brachte 2011 den ersten Ninja-Recorder auf den Markt. Dieser revolutionierte die Videoproduktion, indem er DSLRs und spiegellosen Kameras professionelle Aufzeichnungsqualität ermöglichte, die intern oft nur stark komprimierte H.264-Codecs boten.
2014 folgte der erste 4K-fähige Shogun, 2018 wurde HDR-Recording Standard. Mit dem Ninja V+ führte Atomos 2021 die erste bezahlbare ProRes RAW-Aufzeichnung für Prosumer-Kameras ein. Die Partnerschaft mit Apple seit 2017 ermöglichte die Integration des ProRes-Codecs direkt in die Recorder-Hardware.
Praxiseinsatz im Film
Atomos-Recorder werden hauptsächlich in der Dokumentarfilm- und Indie-Produktion eingesetzt, wo sie aus günstigen Kameras wie der Sony A7S III oder Canon R5 kinoreife Bildqualität herausholen. Bei "The Creator" (2023) nutzte Gareth Edwards Atomos Ninja V-Recorder für mobile Kamerasetups mit der Sony FX3.
Der typische Workflow umfasst die Aufzeichnung von 10-Bit ProRes 422 direkt auf SSD, während das interne Kamera-Recording als Backup dient. Die SSD-Daten gehen ohne Transkodierung direkt in Avid oder Final Cut Pro. Die integrierten Monitoring-Tools ermöglichen präzise Belichtungskontrolle ohne zusätzliche Hardware.
Nachteile sind der erhöhte Stromverbrauch, zusätzliches Gewicht am Rig und die Abhängigkeit von der Clean-HDMI-Ausgabe der Kamera.
Vergleich & Alternativen
Video Devices PIX-E-Serie bietet ähnliche Funktionalität mit robusterem Gehäuse für 2.500-4.000 Euro versus 600-1.200 Euro für Atomos. Blackmagic Video Assist konzentriert sich auf günstigere Einsteigermodelle ab 300 Euro, verzichtet aber auf ProRes RAW.
Interne RAW-Aufzeichnung moderner Kameras wie der RED Komodo oder Arri Alexa Mini LF macht externe Recorder zunehmend überflüssig. Atomos bleibt relevant für Hybrid-Kameras und Budget-Produktionen, die hohe Bildqualität ohne teure Kamera-Upgrades benötigen.
Aktuelles
Aktuelle Atomos-Geräte fokussieren verstärkt auf kompakte Rig-Konfigurationen mit verbessertem Kabelmanagement. Besonders gefragt sind dabei kundenspezifische Codecs wie H.265, die eine effizientere Datenkompression ermöglichen. Die Entwicklung zeigt den Trend zu leichteren, mobileren Aufnahmesystemen in der professionellen Videoproduktion.