Astera: Deutscher Hersteller für akkubetriebene LED-Scheinwerfer. Spezialisiert auf kabellose RGB-Leuchten mit App-Steuerung.
Technische Details
Die Titan Tube (AX1) als Flaggschiff-Produkt misst 1.016 mm in der Länge, wiegt 1,3 kg und erzeugt 1.005 Lux bei einem Meter Entfernung. Der integrierte Lithium-Ionen-Akku hält bei maximaler Helligkeit 4,5 Stunden, bei 25% Leistung bis zu 20 Stunden. Die Pixel-Tubes verfügen über acht steuerbare Segmente mit jeweils 16 LEDs. Kleinere Modelle wie die AX3 LightDrop erreichen 418 Lux und wiegen nur 240 Gramm. Alle Geräte kommunizieren über CRMX-Funktechnik (Cognitive Radio Multiple Access) und lassen sich per AsteraApp über Bluetooth steuern.
Geschichte & Entwicklung
Sascha Klais gründete Astera 2008 in Lindlar bei Köln, nachdem er als Gaffer frustrierende Erfahrungen mit zeitaufwendiger Verkabelung gemacht hatte. 2011 erschien die erste AX1 Titan Tube, die als erste batteriebetriebene LED-Röhre mit Funktechnik den Markt revolutionierte. 2018 erweiterte das Unternehmen das Portfolio um die PixelBrick-Serie, 2020 folgte die kompakte Helios-Tube. Die FP1 Titan Tube von 2019 etablierte erstmals IP65-Schutzklasse für Außendrehs bei Regen.
Praxiseinsatz im Film
Bei "Blade Runner 2049" (2017) nutzte DoP Roger Deakins Astera-Röhren für die charakteristische Neon-Beleuchtung in den Straßenszenen. Die Netflix-Serie "Dark" setzte systematisch auf Titan Tubes für die düsteren Bunkersequenzen, da sich die Farbtemperatur nahtlos an Kerzenlicht anpassen ließ. Autoszenen profitieren besonders von der kabellosen Installation – keine Aggregate, keine Kabelverlegung durch Türdichtungen. Der typische Workflow beginnt mit der App-Programmierung aller Leuchten am Boden, bevor sie an schwer zugänglichen Positionen installiert werden.
Vergleich & Alternativen
Im Gegensatz zu klassischen Kino Flos oder Arri SkyPanels benötigen Astera-Leuchten keine Stromversorgung am Set. Quasar Science bietet ähnliche LED-Röhren, jedoch ohne integrierte Akkus. Aputure präsentierte 2021 mit der MC-Serie günstigere Alternativen, die jedoch nur 3.200K-5.600K Farbtemperatur abdecken. Für große Flächenausleuchtung bleiben HMI-Scheinwerfer überlegen, bei punktueller Akzentbeleuchtung und engen Drehorten dominiert Astera durch maximale Flexibilität ohne Infrastruktur.