Kompakte Zoom-Objektive von Angenieux speziell für digitale Kameras — leichter und günstiger als die Optimo-Serie.
Technische Details
Die Type EZ-Objektive wiegen zwischen 1,2 kg (15-40mm) und 1,8 kg (30-90mm) bei einer Länge von 162mm bis 178mm. Alle Varianten verfügen über einen einheitlichen Frontdurchmesser von 114mm und unterstützen PL- und EF-Mount durch austauschbare Anschlüsse. Das optische Design basiert auf 16-20 Linsenelementen in 11-14 Gruppen, abhängig von der Brennweite. Die Naheinstellgrenze liegt bei 0,8m bis 1,2m, der Filterdurchmesser beträgt 112mm. Alle Objektive decken Super35-Format vollständig ab und sind mit 0,8er Zahnkränzen für Follow Focus-Systeme ausgestattet.
Geschichte & Entwicklung
Angenieux präsentierte die Type EZ-Serie erstmals 2013 auf der NAB in Las Vegas als Antwort auf die wachsende Nachfrage nach leichteren Zoomobjektiven für digitale Kinokameras. Die Entwicklung dauerte vier Jahre und zielte darauf ab, die bewährte Angenieux-Optik in deutlich kompakteren Gehäusen anzubieten. 2015 folgte die Erweiterung um das 30-90mm, 2017 kam das 15-40mm hinzu. Die Serie erhielt 2014 einen Technical Achievement Award der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.
Praxiseinsatz im Film
Die Type EZ-Objektive etablierten sich schnell in der Independent-Filmszene und bei Dokumentarfilmern. Kameramann Roger Deakins verwendete das 22-60mm für Handheld-Sequenzen in "Blade Runner 2049" (2017). Die kompakten Abmessungen ermöglichen den Einsatz an Gimbal-Systemen wie dem MōVI Pro ohne zusätzliche Gewichtsverteilung. Bei Steadicam-Aufnahmen reduziert sich die Trägheit merklich gegenüber herkömmlichen Zoomobjektiven. Die konstante Lichtstärke über den gesamten Zoombereich eliminiert Belichtungssprünge während der Aufnahme.
Vergleich & Alternativen
Gegenüber den schwereren Angenieux Optimo-Objektiven (4-6 kg) bietet die EZ-Serie 60% weniger Gewicht bei vergleichbarer optischer Qualität. Canon und Fujinon bieten mit ihren Compact-Serien ähnliche Ansätze, erreichen jedoch nicht die Lichtstärke der Type EZ. Cooke S7/i-Festbrennweiten übertreffen zwar die optische Leistung, erfordern aber häufigere Objektivwechsel. Für Produktionen mit begrenztem Budget stellen Sigma Cine-Zooms eine kostengünstigere Alternative dar, allerdings mit Abstrichen bei Verarbeitung und optischer Konsistenz.