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Aaton 35-III
Kamera · Kameras

Aaton 35-III

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Aatons erste 35mm-Kamera (2001), die das legendäre 'Cat on the shoulder'-Design auf das Vollformat übertrug. Leichter und ergonomischer als Arriflex oder Panaflex, aber weniger verbreitet.

Was ist die Aaton 35-III?

Die Aaton 35-III (2001) war Aatons erster Versuch, das erfolgreiche "Cat on the shoulder"-Design von der 16mm-Welt auf 35mm zu übertragen. Die Kamera bot die ergonomischen Vorteile der XTR-Serie, konnte sich aber gegen die etablierte Konkurrenz von Arriflex und Panavision nicht durchsetzen.

Technische Spezifikationen

EigenschaftWert
Format35mm (4-perf Standard)
Gewicht (Body)4,8 kg
Maße280 × 155 × 175 mm
Bildrate3–50 fps
Verschluss11,2°–180° variabel
Geräuschpegel<20 dBA
MountPL Mount
Magazin400 ft / 1000 ft
Laufzeit4 Min / 11 Min @ 24 fps

Vergleich mit Konkurrenz

KameraGewichtGeräuschJahr
Aaton 35-III4,8 kg<20 dBA2001
Arriflex 535B6,2 kg<19 dBA1992
Panaflex Millennium5,9 kg<18 dBA1997
Moviecam Compact5,1 kg<20 dBA1990

Das "Cat on the Shoulder"-Problem

Das Design, das bei 16mm brillierte, stieß bei 35mm auf Grenzen:

Vorteile:

  • Leichter als Arriflex 535 (4,8 vs. 6,2 kg)
  • Ergonomische Schulterkamera-Position
  • Bekanntes System für XTR-Nutzer
  • PL-Mount für Standard-Objektive

Nachteile:

  • 35mm-Filme erfordern oft Stativarbeit
  • Studios gewohnt an Arri/Panavision-Workflow
  • Eingeschränkte Verleih-Infrastruktur
  • Weniger Zubehör verfügbar

Bedeutende Produktionen

FilmJahrDPBemerkung
Dogville2003Anthony Dod MantleLars von Trier
Kings and Queen2004Éric GautierArnaud Desplechin
The Beat That My Heart Skipped2005Stéphane FontaineJacques Audiard
A Prophet2009Stéphane FontaineOscar-nominiert

Die 35-III fand besonders in französischen und europäischen Produktionen Verwendung, wo Aatons Ruf bereits etabliert war.

Warum sie scheiterte

Marktposition

  • Arriflex und Panavision dominierten den 35mm-Markt
  • Studios hatten bestehende Verträge und Workflows
  • Die Ergonomie-Vorteile waren bei Stativarbeit irrelevant

Timing

  • 2001: Kurz vor der digitalen Revolution
  • Digitale Kameras (RED, Alexa) übernahmen ab 2007
  • Zu wenig Zeit, um Marktanteile aufzubauen

Infrastruktur

  • Verleiher investierten nicht in neue Aaton-Systeme
  • Weniger Techniker mit Aaton-35-Erfahrung
  • Ersatzteil-Versorgung unsicher

35-III vs. Penelope

Aaton korrigierte mit der Penelope (2008) einige Probleme:

Eigenschaft35-IIIPenelope
Gewicht4,8 kg3,5 kg
Format4-perf2/3-perf wählbar
DesignXTR-basiertKomplett neu
MarktakzeptanzGeringEtwas besser

Technische Innovation

Die 35-III brachte dennoch einige Innovationen:

Variabler Verschluss

  • 11,2° bis 180° in 0,1°-Schritten
  • Ermöglichte präzise Shutter-Angle-Kontrolle

Aaton-Code für 35mm

  • Timecode-System von 16mm übertragen
  • Automatische Synchronisation

Video Assist

  • Verbessertes System von der XTR Prod
  • Helleres, schärferes Monitorbild

Heute

Die Aaton 35-III ist eine Rarität:

  • Sehr geringe Stückzahlen produziert
  • Vereinzelt bei spezialisierten Verleihern
  • Sammlerinteresse bei Film-Enthusiasten
  • Historisch interessant als Aatons 35mm-Versuch
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