Ein Begriff aus der Kameraarbeit.
Überblick
Der Begriff „8-Point Star" bezeichnet einen Sterneffekt-Filter (engl. star filter bzw. cross screen), der aus hellen, punktförmigen Lichtquellen im Bild einen Stern mit acht nach außen strahlenden Lichtstrahlen erzeugt. Es handelt sich also um ein optisches Effektzubehör vor dem Objektiv – nicht um eine Leuchte und nicht um ein Grip-Gerät.
Der Effekt entsteht durch ein feines Liniengitter, das in die ansonsten klare optische Oberfläche des Filters eingeätzt ist. An diesen Linien wird das Licht gebeugt und in Strahlen aufgefächert. Die Zahl der Sternzacken ergibt sich aus der Zahl der eingeätzten Linienscharen: zwei senkrecht gekreuzte Linienscharen ergeben 4 Strahlen, drei Scharen 6 Strahlen, und vier Scharen (im Winkel von je 45°) den achtstrahligen Stern. Typischerweise lässt sich der Filter im Halter drehen, um die Ausrichtung der Strahlen festzulegen.
Technische Merkmale
Sterneffekt-Filter werden über den Gitterabstand (engl. grid spacing) spezifiziert, der in Millimetern angegeben wird. Üblich sind Abstände von 1, 2, 3 oder 4 mm; 2 mm ist eine gängige Standardgröße. Der Gitterabstand steuert die Intensität des Effekts:
| Gitterabstand | Anzahl der Linien | Wirkung |
|---|---|---|
| fein (z. B. 1 mm) | mehr Linien | hellere, ausgeprägtere Strahlen |
| weit (z. B. 4 mm) | weniger Linien | dezenterer, schwächerer Effekt |
Hersteller fertigen die Filter aus optischem Glas (z. B. Tiffen, Hoya) oder aus optischem Kunstharz/Resin (z. B. LEE Filters, Cokin). Erhältlich sind sie sowohl als Einschraubfilter in gängigen Objektivgewinden (etwa 49–82 mm) als auch als rechteckige bzw. quadratische Plattenfilter für Mattebox-/Filtersysteme (verbreitete Formate u. a. 4×4″ und 4×5,65″).
Einsatz am Set
Der 8-Point Star wird in einer Mattebox oder im Filterhalter vor dem Objektiv montiert. Er wirkt nur an hellen, möglichst punktförmigen Lichtquellen oder spiegelnden Glanzlichtern – etwa Straßenlaternen, Kerzen, Praktikablampen, Bühnen- und Konzertlicht, Reflexen auf Chrom, Glas, Schmuck oder Wasser. Flächiges oder diffuses Licht erzeugt keinen Sterneffekt.
Anders als ein natürlicher Blendenstern, der erst bei kleiner Blende (starkem Abblenden) deutlich wird, erzeugt der Filter den Sterneffekt grundsätzlich blendenunabhängig. Dennoch beeinflusst die Blende das Ergebnis: Bei sehr kleinen Blenden können einzelne Strahlen schwächer ausfallen, weshalb das Resultat am Monitor kontrolliert werden sollte. Da der achtstrahlige Stern viele Linien aufweist und das Bild leicht dominieren kann, wird er bewusst und dosiert eingesetzt.