Ein Begriff aus der Kameraarbeit.
Überblick
Der Begriff "6.6x6.6 Filter" bezeichnet kein einzelnes Produkt, sondern ein genormtes quadratisches Filterformat für die professionelle Kinematografie. Die Angabe steht für die Kantenlänge des Filterglases von 6,6 × 6,6 Zoll. Filter dieses Formats werden nicht auf das Objektivgewinde geschraubt, sondern als Glasplatten in die Filterschublade (Filter Tray) oder den Filterrahmen einer Mattebox vor dem Objektiv eingeschoben.
Das 6.6x6.6-Format ist der größere, quadratische Bruder des weit verbreiteten rechteckigen 4×5.65"-Formats. Die quadratische Geometrie erlaubt es, den Filter im Tray zu drehen – ein Vorteil bei Polarisationsfiltern und Verlaufsfiltern, deren Wirkung von der Ausrichtung abhängt. Durch die größere Glasfläche eignet sich das Format besonders für weitwinklige Optiken und große Sensorformate, bei denen kleinere Filter Vignettierung verursachen könnten.
Technische Daten
- Format: quadratisch, 6,6 × 6,6 Zoll (entspricht ca. 16,76 × 16,76 cm bzw. rund 168 mm Kantenlänge)
- Glasstärke: üblicherweise 4 mm (Industriestandard mehrerer Hersteller, u. a. NiSi)
- Montage: Einschub in Filterschublade oder -rahmen einer Mattebox; kein Schraubgewinde
- Adaption: Reduzierrahmen erlauben den Einsatz kleinerer Formate (z. B. 4×5.65") in einer 6.6x6.6-Mattebox
Das Format wird von zahlreichen Mattebox-Systemen unterstützt, darunter ARRI LMB 6x6, Bright Tangerine sowie Modelle von Tilta. Filter in diesem Format stammen von Herstellern wie NiSi, Lee Filters, Tiffen und Schneider.
Filtertypen in diesem Format
- ND-Filter (Neutraldichte) zur Belichtungs- und Blendensteuerung
- IRND-Filter mit zusätzlicher Infrarot-Sperrung für saubere Farbwiedergabe an digitalen Sensoren
- Verlaufsfilter (Graduated ND) zur Abdunklung von Himmel oder hellen Bildbereichen
- Polarisationsfilter (linear und zirkular/CPL), oft drehbar
- Diffusions-/Mistfilter zur Weichzeichnung und Glättung von Hauttönen
- Klar-/Schutzfilter (Pure Clear) ohne optische Wirkung als Frontschutz
Einsatz am Set
6.6x6.6-Filter kommen vor allem bei höherwertigen Spielfilm-, Werbe- und Serienproduktionen zum Einsatz, in der Regel an einer Mattebox am Kamerakopf. Der Kameraassistent (Focus Puller bzw. 2nd AC) wechselt die Glasplatten direkt in der Schublade, ohne das Objektiv zu demontieren. Die größere Glasfläche gegenüber dem 4×5.65"-Format gibt Reserve gegen Vignettierung bei Weitwinkeloptiken und großen Sensoren, geht jedoch mit höherem Gewicht und höheren Anschaffungskosten einher.