Ein Begriff aus der Kameraarbeit.
Definition
Eine 360-Grad-Kamera ist ein spezialisiertes Kamerasystem, das gleichzeitig Aufnahmen in alle Richtungen macht und dabei ein vollständiges sphärisches Bild (spherical image) erzeugt. Diese Kameras verwenden mehrere Objektive oder einen einzelnen Fisheye-Sensor, um den gesamten Raum um die Kamera herum zu erfassen. Das resultierende Material erlaubt Betrachter, die Blickrichtung frei zu wählen und sich virtuell im aufgenommenen Raum zu bewegen.
Die Technologie basiert auf der Kombination mehrerer Kameramodule, deren Bilder durch spezielle Software zu einem nahtlosen 360-Grad-Bild zusammengefügt werden (Stitching). Moderne Systeme erreichen dabei Auflösungen von 4K bis 8K und unterstützen auch räumliche Audioaufnahme (spatial audio).
Anwendung in der Praxis
360-Grad-Kameras finden hauptsächlich Verwendung in der Virtual Reality-Produktion (VR), bei immersiven Dokumentationen, virtuellen Besichtigungen und experimentellen Filmprojekten. In der deutschen Medienlandschaft werden sie zunehmend für innovative Formate in öffentlich-rechtlichen Anstalten eingesetzt. Die Kameras erfordern besondere Überlegungen bezüglich Kamerapositionierung, da das Kamerateam nicht im Bild erscheinen darf, sowie spezielle Post-Production-Workflows für das Stitching und die Farbkorrektur der verschiedenen Kamerawinkel.
Technische Details
Gängige Systeme arbeiten mit 6-12 synchronisierten Kameras oder speziellen Dual-Fisheye-Objektiven. Die Datenmengen sind erheblich größer als bei konventionellen Produktionen, was entsprechende Speicher- und Rechenkapazitäten erfordert.