Farbtemperatur von 1.800 Kelvin entspricht Kerzenlicht — sehr warmes, gelblich-rötliches Licht für romantische Stimmung.
Berühmte Beispiele · 1800K (Kerzenlicht)
Barry Lyndon
Kubrick und Alcott filmten Innenszenen ausschließlich mit echtem Kerzenlicht und speziell modifizierten NASA-Objektiven — das Ergebnis ist eine konsequente 1800K-Ästhetik, die das 18. Jahrhundert malerisch rekonstruiert.
Schindler's List
Kamiński setzt Kerzenlichter in der Sabbat-Sequenz als einzige Farbakzente im ansonsten monochromen Film ein — die 1800K-Wärme der Flammen kontrastiert dramatisch mit dem Grau des Krieges.
The Witch
Blaschke arbeitete konsequent mit natürlichem Licht und echten Kerzen, um die klaustrophobische Atmosphäre des 17. Jahrhunderts zu erzeugen — das flackernde 1800K-Licht verstärkt das Bedrohliche jeder Innenszene.
The Lighthouse
Blaschkes extrem kontrastreiche Beleuchtung mit Petroleumlampen und offenem Feuer hält die Farbtemperatur konsequent im 1800K-Bereich und verleiht dem Film seine halluzinatorische, zeitentrückte Qualität.
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Überblick
"1800K" ist kein Gerät und kein Hersteller, sondern eine Angabe der Farbtemperatur in Kelvin (K). Sie beschreibt die Lichtfarbe einer Lichtquelle anhand der Strahlung eines theoretischen schwarzen Körpers: Je niedriger der Kelvin-Wert, desto wärmer (rötlicher/amberfarbener) erscheint das Licht. 1800K liegt am äußersten warmen Ende der in der Filmbeleuchtung gebräuchlichen Skala und steht für ein intensiv amber-oranges, "flammenartiges" Licht.
Im Set-Alltag dient 1800K als Referenz für Lichtstimmungen wie Kerzenlicht, Feuer- und Kaminschein, Streichholz- oder Laternenlicht sowie für die tiefe, satte Wärme kurz nach Sonnenuntergang. Damit liegt der Wert deutlich unterhalb der klassischen Kunstlicht-Referenz Tungsten (3200K) und der Tageslicht-Referenz (5600K).
Einordnung auf der Kelvin-Skala
| Farbtemperatur | Typische Lichtquelle / Stimmung |
|---|---|
| ca. 1800K | Kerzenlicht, Feuer-/Kaminschein, tiefe Dämmerung |
| 2700K | warmweiße Glühlampe; untere Grenze vieler Bi-Color-LED-Leuchten |
| 3200K | Tungsten / Kunstlicht-Standard |
| 5600K | Tageslicht-Standard (HMI, Tageslicht-LED) |
1800K liegt damit unterhalb des Bereichs, den viele Bi-Color-LED-Panels nativ abdecken (häufig ab 2700K). Sehr warme Werte bis hinunter zu 1800K werden in der Regel von Voll-RGBWW- bzw. Color-Mixing-Leuchten oder durch Korrekturfolien (CTO) erreicht.
Einsatz am Set
1800K wird gezielt eingesetzt, um warme, intime oder nostalgische Bildstimmungen zu erzeugen, etwa in Innenräumen mit praktischen Lichtquellen (Practicals), bei Nachtszenen mit Straßen- oder Laternenlicht oder zur Nachbildung von Feuerschein.
- Moderne LED-Leuchten: Voll abstimmbare LED-Fixtures und RGBWW-Leuchten lassen sich auf sehr warme Werte bis in den Bereich um 1800K einstellen, um Kerzen- oder Feuerlicht zu simulieren.
- Tungsten und Dimmen: Beim Herunterdimmen von Glühlicht (Tungsten) sinkt die Farbtemperatur und das Licht wird wärmer; stark gedimmte Tungsten-Quellen nähern sich diesem sehr warmen Bereich an. Die Farbtemperatur ändert sich dabei kontinuierlich mit der Dimmstellung.
- Folien: Über Konversionsfolien (Color Temperature Orange, CTO) lassen sich tageslichtbalancierte Quellen in Richtung sehr warmer Werte verschieben.
Wichtig ist die Konsistenz zur Kamera-Weißbalance und zu anderen Lichtquellen im Bild: Eine 1800K-Quelle erscheint gegenüber einer auf 3200K oder 5600K balancierten Kamera deutlich orange, was bewusst als Gestaltungsmittel oder zur Trennung von Bildebenen genutzt wird.