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Bolex H16
Kamera · Kameras

Bolex H16

cdn.prod.website-files.com
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Die legendäre Schweizer 16mm-Kamera (seit 1935), angetrieben durch Federwerk ohne Batterien. Standard-Lernkamera an Filmschulen weltweit, bevorzugt von Experimentalfilmern und Avantgarde-Künstlern.

Was ist die Bolex H16?

Die Bolex H16 ist eine mechanische 16mm-Filmkamera, die seit 1935 produziert wird – eine der langlebigsten Kameraserien der Geschichte. Angetrieben durch ein Federwerk (ohne Batterien), wurde sie zur Standard-Lernkamera an Filmschulen weltweit und zum Werkzeug für Experimentalfilm, Animationsfilm und Independent-Produktionen.

Technische Spezifikationen

EigenschaftH16 StandardH16 Reflex (REX)H16 SBM
Format16mm16mm16mm/Super-16
Einführung193519561970
Gewicht2,0 kg2,2 kg2,3 kg
AntriebFederwerkFederwerkFederwerk
Laufzeit/Aufzug28 Sek28 Sek28 Sek
Bildrate8–64 fps12–64 fps12–64 fps
SucherParallaxenReflexReflex
MountC-MountC-Mount/BayonetC-Mount/Bayonet

Schlüsselmerkmale

  • Federwerk-Antrieb – 8 Umdrehungen = 28 Sekunden @ 24 fps
  • Variable Geschwindigkeit – 8 bis 64 fps möglich
  • Einzelbild-Funktion – Frame-by-Frame-Belichtung
  • Drei-Objektiv-Revolver – Schneller Objektivwechsel
  • Komplett mechanisch – Keine Batterien erforderlich
  • Internes Magazin – 30m (100 ft) = ca. 2:45 Min @ 24 fps

Die Evolution der H16

H16 Standard (1935)

  • Parallaxen-Sucher (nicht durch Objektiv)
  • Drei-Objektiv-Revolver
  • Grundlegendes Design etabliert

H16 Reflex (REX) (1956)

  • Revolution: Spiegelreflex-Sucher
  • Sicht durch das Aufnahme-Objektiv
  • Präziseres Fokussieren möglich
  • Varianten: REX-1 bis REX-5

H16 SBM (1970)

  • Super-16-fähig (mit Umbau)
  • Verbesserte Mechanik
  • Bayonet-Mount zusätzlich zu C-Mount

H16 EBM (1970)

  • Elektrischer Antrieb – End' der Federwerk-Ära
  • Längere Laufzeiten möglich
  • Synchronton-fähig

Bedeutende Werke

FilmemacherWerkJahrBedeutung
Maya DerenMeshes of the Afternoon1943Avantgarde-Klassiker
Stan BrakhageDog Star Man1964Experimentalfilm
Jonas MekasWalden1969Diary-Film
Kenneth AngerScorpio Rising1963Underground-Kino
Agnès VardaL'Opéra-Mouffe1958Nouvelle Vague
Derek JarmanIn the Shadow of the Sun1980Super-8/16mm Kunst

Filmschul-Standard

Die H16 wurde zur bevorzugten Lernkamera weil:

Pädagogische Vorteile

  • Disziplin – 28 Sekunden erzwingen Planung
  • Filmkosten – Verschwendung tut weh, Lernen passiert
  • Mechanik verstehen – Keine Black-Box-Technologie
  • Handwerk – Fokus, Blende, Belichtung manuell

Technische Vorteile

  • Günstig – Schulen können mehrere anschaffen
  • Robust – Mechanik hält Studentenbehandlung aus
  • Ersatzteile – Noch verfügbar
  • Einfach – Wenige bewegliche Teile

Praktischer Workflow

Vorbereitung

  1. Film einlegen (Dunkelheit oder Wechselsack)
  2. Objektive montieren (C-Mount)
  3. Belichtungsmesser nutzen (extern)
  4. Federwerk aufziehen (8 Umdrehungen)

Drehen

  1. Bildrate wählen (12-64 fps)
  2. Fokus einstellen (Reflex-Sucher)
  3. Blende setzen (nach Messung)
  4. Auslöser drücken (max. 28 Sek)
  5. Federwerk erneut aufziehen

Nachbearbeitung

  1. Film entwickeln lassen
  2. Telecine oder Scan
  3. Digital schneiden
  4. Bei Bedarf: Grain-Anpassung

Objektive für die H16

C-Mount (Standard)

ObjektivBrennweiteBlendeTyp
Switar10mmf/1.6Weitwinkel
Switar25mmf/1.4Normal
Switar75mmf/1.9Tele
Yvar16mmf/2.8Budget

Kern Paillard Switar

Die Switar-Objektive sind legendär für ihre optische Qualität – schärfer als viele moderne Cine-Linsen.

Kosten heute

PostenPreis
H16 REX-5 (gebraucht)800–1.500 €
Switar 25mm f/1.4200–400 €
100 ft Kodak Vision3 500T~50 €
Entwicklung (100 ft)30–50 €
2K Scan (100 ft)50–100 €
Gesamt pro 2:45 Min~130–200 €

H16 vs. Moderne Alternativen

EigenschaftBolex H16Aaton A-MinimaBlackmagic Pocket
MediumFilmFilmDigital
Gewicht2,2 kg0,8 kg0,7 kg
Laufzeit28 Sek5,5 MinUnbegrenzt
Kosten/Min~50 €~50 €~0 €
LookFilmkornFilmkornDigital
WorkflowEntwicklungEntwicklungSofort

Heute

Die Bolex H16 lebt weiter:

  • Filmschulen nutzen sie für Grundkurse
  • Künstler schätzen den mechanischen Prozess
  • Musikvideo-Regisseure wollen den Vintage-Look
  • Sammler zahlen Premiumpreise
  • Bolex International verkauft Neugeräte und Ersatzteile
Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Die H16 war meine Filmschul-Kamera – 28 Sekunden pro Aufzug lehren Disziplin. Kein Luxus endloser Takes, jede Einstellung muss sitzen. Heute nutze ich sie für Musikvideos und Kunstprojekte, wenn ich den mechanischen Look will.

Regisseur

Mit der H16 arbeite ich anders – keine digitale Sicherheit, kein 'wir machen noch einen Take'. Die Beschränkung macht kreativ: Ich plane genauer, inszeniere präziser, und das Ergebnis hat eine Authentizität, die digital schwer zu erreichen ist.

Produzent

Eine H16 kaufen kostet 800-1500 Euro – das ist günstiger als ein Drehtag mit einer Alexa. Für Kurzfilme und Experimente perfekt. Allerdings: Filmstock (etwa 50€ pro 100ft) plus Entwicklung (30-50€) plus Scan (50-100€) summieren sich.

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