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ARRI Stabilized Remote Head
Grip · Equipment

ARRI Stabilized Remote Head

Murnau AI illustration
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Ferngesteuerter, gyrostabilisierter Kamerakopf von ARRI für verwacklungsfreie Aufnahmen bei Kran- und Fahrzeugfahrten.

Technische Details

Der aktuelle SRH-3 trägt Kameras bis 30 kg bei einem Eigengewicht von 17 kg und erreicht Rotationsgeschwindigkeiten von bis zu 60°/Sekunde. Das System arbeitet mit bürstenlosen Direktantriebsmotoren und 32-Bit-Encodern für eine Positionsgenauigkeit von 0.01°. Die integrierte IMU sampelt mit 8 kHz und kompensiert Vibrationen bis 150 Hz. Der Head verfügt über mechanische Endanschläge von ±185° (Pan) und +30°/-90° (Tilt). Die Stromversorgung erfolgt über 24V DC bei maximal 350W Leistungsaufnahme. Steuerung per ARRI OCU-1 (Operator Control Unit) oder über serielle Schnittstellen für Motion Control Systems.

Geschichte & Entwicklung

ARRI entwickelte den ersten Stabilized Remote Head 2008 für den wachsenden Bedarf an stabilisierten Luftaufnahmen mit Hubschraubern und Kränen. Der SRH-1 konnte bereits 15 kg Nutzlast tragen und etablierte ARRIs Position im High-End-Stabilisierungsmarkt. 2014 folgte der SRH-360 mit kontinuierlicher 360°-Rotation, 2018 der aktuelle SRH-3 mit verbesserter Algorithmus-Performance und höherer Nutzlast. Die Integration in ARRIs Camera Access Protocol (CAP) ermöglichte seit 2020 nahtlose Kommunikation zwischen Head, Kamera und Objektiv für vollautomatisierte Kamerafahrten.

Praxiseinsatz im Film

Typische Anwendungen umfassen Hubschrauber- und Kranfahrten, wo der Head auf Russian Arms, Technocranes oder Hubschrauber-Mounts montiert wird. Christopher Nolans "Tenet" (2020) nutzte SRH-Systeme für komplexe Verfolgungsfahrten, während "1917" (2019) den Head für nahtlose Übergänge zwischen Handheld- und Kransequenzen einsetzte. Der Head eliminiert das typische "Floating" von mechanischen Stabilisierungssystemen und ermöglicht präzise Wiederholung von Kamerafahrten. Nachteile sind die hohe Stromaufnahme, das beträchtliche Gewicht und die Notwendigkeit einer spezialisierten Bedienung.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu passiven Stabilisierungssystemen wie Steadicam bietet der SRH-3 aktive, elektronische Stabilisierung ohne Operator-Einfluss. Hauptkonkurrenten sind MōVI Pro, Ronin 2 oder Newton S2, die jedoch meist für leichtere Kameras konzipiert sind. Für schwere Filmkameras ab 20 kg bleibt der ARRI SRH-3 konkurrenzlos. Alternative Systeme wie Shotover F1 oder GSS C520 bieten ähnliche Spezifikationen, kosten jedoch deutlich mehr. Bei statischen Aufnahmen oder kontrollierten Studiobedingungen genügen konventionelle Remote Heads ohne Stabilisierung.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Der SRH-3 gibt mir absolute Kontrolle über Bildkomposition auch bei extremsten Fahrten – ich kann aus einem fliegenden Hubschrauber heraus so präzise operieren wie mit einem Studio-Head. Die Gyro-Stabilisierung eliminiert nicht nur Vibrationen, sondern ermöglicht auch fließende Bewegungen bei abrupten Richtungswechseln des Trägers. Kritisch ist die korrekte Balance-Einstellung und das Verständnis der verschiedenen Stabilisierungsmodi.

Regisseur

Ich kann endlich Kamerafahrten konzipieren, die früher unmöglich waren – etwa aus einem Auto heraus eine ruhige Dialogszene zu filmen oder spektakuläre Luftaufnahmen mit cinematischen Bewegungen statt statischer Drohnenperspektiven. Der Head ermöglicht nahtlose Übergänge zwischen verschiedenen Bewegungsarten innerhalb einer Einstellung. Das System eröffnet neue narrative Möglichkeiten für immersive Zuschauererfahrungen.

Produzent

Ein SRH-3 kostet etwa 150.000 Euro, dazu kommen spezialisierte Operatoren und höhere Versicherungsprämien. Dafür spare ich Zeit bei komplexen Fahrten, da weniger Takes für das perfekte Ergebnis nötig sind. Die Investition lohnt bei Projekten mit vielen Spezialfahrten oder wenn der Zeitdruck hoch ist – ein Tag gesparte Drehzeit finanziert oft schon die Mehrkosten gegenüber konventionellen Lösungen.

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