Überblick
"65mm" bezeichnet ein großformatiges Aufnahmeformat (engl. large format
Der Reiz des Formats liegt in der deutlich größeren Negativfläche: Sie ist etwa 3,5-mal so groß wie beim klassischen 35-mm-Format. Das ergibt sehr feine Auflösung, geringes Korn, große Detailtiefe und eine charakteristische Schärfen-/Unschärfe-Staffelung. Eingesetzt wird 65 mm vor allem für epische Spielfilme, Landschafts- und Großaufnahmen sowie für IMAX-Produktionen.
Technische Daten
Die Maße hängen stark von der Perforationszahl pro Bild ab. Zwei verbreitete Varianten:
| Format | Perforationen/Bild | Bildfenster (ca.) | Seitenverhältnis |
|---|
| Standard 65 mm (vertikal) | 5-perf | 52,63 × 23,01 mm | 2,2:1 |
| IMAX (horizontaler Filmlauf) | 15-perf | 70,41 × 52,63 mm | 1,43:1 |
- Negativbreite: 65 mm (Kameramaterial)
- Projektions-/Kopierbreite: 70 mm
- Negativfläche: ca. 3,5× größer als 35 mm
- IMAX-Kameranegativ: bis ca. 12K horizontale Auflösung schätzbar
Kamera- und Linsensysteme
Klassische fotochemische 65-mm-Systeme sind u. a. Super Panavision 70 (sphärisch) und Ultra Panavision 70 (anamorphotisch), dazu Kamerasysteme wie das Panavision System 65 und die ARRI 765. IMAX nutzt einen eigenen, quer durch Kamera und Projektor laufenden 15-Perf-Bildstand auf 65/70-mm-Material.
Als digitale Nachfolger im Großformat gelten u. a. die ARRI ALEXA 65 bzw. ALEXA 265 sowie die Blackmagic URSA Cine 17K. Diese Sensoren bilden die 65-mm-Bildfläche elektronisch nach, ohne Filmmaterial zu belichten.
Einsatz am Set
65-mm-Dreh ist aufwendig: Die Kameras sind groß und schwer, was Auswirkungen auf Grip und Rigging hat (stabilere Stative, Dollys, Kräne und Remote-Heads). Der Materialverbrauch ist hoch und die Magazine fassen pro Rolle weniger Laufzeit als bei 35 mm. Wegen der größeren Negativfläche fällt die Schärfentiefe geringer aus, was am Set präzises Schärfeziehen erfordert. Beleuchtungsseitig profitiert das feine, rauscharme Negativ von sauber kontrolliertem Licht, da feinste Details und Tonwertabstufungen aufgezeichnet werden.