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65mm
Kamera · Technik

65mm

Murnau AI illustration
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Großformat-Filmbreite mit überlegener Bildqualität für die Kinoprojektion.

In Filmgeschichte

Berühmte Beispiele · 65mm

Beispiele aus unterschiedlichen Epochen, die den Begriff von gestalterischer Setzung bis subversiver Verweigerung zeigen.
01 / WÜSTE IN VOLLER GRÖSSE

Lawrence of Arabia

David Lean · 1962 · Freddie Young

Freddie Young nutzte das 65mm-Format, um die endlosen Weiten der arabischen Wüste mit atemberaubender Schärfe und Tiefe einzufangen – die riesige Bildfläche machte die Landschaft selbst zur dramatischen Hauptfigur.

Lawrence of Arabia · sample frame
02 / KOSMISCHE PRÄZISION IM GROSSFORMAT

2001: A Space Odyssey

Stanley Kubrick · 1968 · Geoffrey Unsworth

Kubrick wählte das 65mm-Format für seine Vision des Weltraums, um die geometrische Reinheit der Raumstationen und die unendliche Schwärze des Alls mit maximaler Bildauflösung und Detailtiefe darzustellen.

2001: A Space Odyssey · sample frame
03 / REVIVAL DES ULTRA-PANAVISION

The Hateful Eight

Quentin Tarantino · 2015 · Robert Richardson

Tarantino drehte auf analogem 65mm Ultra Panavision 70 und löste damit eine Renaissance des Großformats aus – das extreme Anamorphot-Objektiv erzeugte ein Seitenverhältnis von 2,76:1 und demonstrierte die unübertroffene Bildqualität des Formats.

The Hateful Eight · sample frame
04 / IMAX-65MM ALS HISTORISCHES ZEUGNIS

Oppenheimer

Christopher Nolan · 2023 · Hoyte van Hoytema

Hoyte van Hoytema fotografierte erstmals Schwarzweiß-Sequenzen auf IMAX-65mm-Film und schöpfte die enorme Detaildichte des Formats aus, um die psychologische Intensität der Atombombe mit physischer Unmittelbarkeit zu vermitteln.

Oppenheimer · sample frame

Filmstills bezogen über die TMDB API. Dieses Produkt nutzt die TMDB API, ist aber nicht von TMDB unterstützt oder zertifiziert. themoviedb.org ›

Überblick

"65mm" bezeichnet ein großformatiges Aufnahmeformat (engl. large format

Der Reiz des Formats liegt in der deutlich größeren Negativfläche: Sie ist etwa 3,5-mal so groß wie beim klassischen 35-mm-Format. Das ergibt sehr feine Auflösung, geringes Korn, große Detailtiefe und eine charakteristische Schärfen-/Unschärfe-Staffelung. Eingesetzt wird 65 mm vor allem für epische Spielfilme, Landschafts- und Großaufnahmen sowie für IMAX-Produktionen.

Technische Daten

Die Maße hängen stark von der Perforationszahl pro Bild ab. Zwei verbreitete Varianten:

FormatPerforationen/BildBildfenster (ca.)Seitenverhältnis
Standard 65 mm (vertikal)5-perf52,63 × 23,01 mm2,2:1
IMAX (horizontaler Filmlauf)15-perf70,41 × 52,63 mm1,43:1
  • Negativbreite: 65 mm (Kameramaterial)
  • Projektions-/Kopierbreite: 70 mm
  • Negativfläche: ca. 3,5× größer als 35 mm
  • IMAX-Kameranegativ: bis ca. 12K horizontale Auflösung schätzbar

Kamera- und Linsensysteme

Klassische fotochemische 65-mm-Systeme sind u. a. Super Panavision 70 (sphärisch) und Ultra Panavision 70 (anamorphotisch), dazu Kamerasysteme wie das Panavision System 65 und die ARRI 765. IMAX nutzt einen eigenen, quer durch Kamera und Projektor laufenden 15-Perf-Bildstand auf 65/70-mm-Material.

Als digitale Nachfolger im Großformat gelten u. a. die ARRI ALEXA 65 bzw. ALEXA 265 sowie die Blackmagic URSA Cine 17K. Diese Sensoren bilden die 65-mm-Bildfläche elektronisch nach, ohne Filmmaterial zu belichten.

Einsatz am Set

65-mm-Dreh ist aufwendig: Die Kameras sind groß und schwer, was Auswirkungen auf Grip und Rigging hat (stabilere Stative, Dollys, Kräne und Remote-Heads). Der Materialverbrauch ist hoch und die Magazine fassen pro Rolle weniger Laufzeit als bei 35 mm. Wegen der größeren Negativfläche fällt die Schärfentiefe geringer aus, was am Set präzises Schärfeziehen erfordert. Beleuchtungsseitig profitiert das feine, rauscharme Negativ von sauber kontrolliertem Licht, da feinste Details und Tonwertabstufungen aufgezeichnet werden.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Als Kameramann schätze ich das 65mm-Format für seine unvergleichliche Bildqualität und den erweiterten Tonwertumfang, der selbst feinste Details in Schatten und Lichtern bewahrt. Die größeren, schwereren Kamerasysteme erfordern jedoch eine sorgfältige Planung der Kameraführung und stabilere Stativ- oder Crane-Systeme. Die Möglichkeit, bei der Projektion in extreme Vergrößerungen zu gehen, ohne Qualitätsverlust, macht jede zusätzliche Anstrengung wett.

Regisseur

Für mich als Regisseur bietet 65mm eine unvergleichliche Möglichkeit, das Publikum visuell zu überwältigen und in die Geschichte hineinzuziehen. Die Entscheidung für dieses Format treffe ich bewusst bei Szenen, die epische Weite oder emotionale Intensität vermitteln sollen. Die Zusammenarbeit mit dem Kameramann wird noch wichtiger, da jede Einstellung optimal komponiert werden muss, um das Potenzial des Formats auszuschöpfen.

Produzent

Aus produktionstechnischer Sicht bedeutet 65mm erhebliche Mehrkosten durch teureres Filmmaterial, spezialisierte Kameratechnik und aufwendigere Postproduktion. Die Investition rechnet sich jedoch bei Großproduktionen durch die premium Kinoerfahrung und entsprechende Vermarktungsmöglichkeiten. Zusätzlich muss ich Kinos mit entsprechender 70mm-Projektionstechnik für die Auswertung sicherstellen.

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